Deutsch-Bulgarisches Forum e.V.

Feste

6. Januar – Tag des Hl. Johannes des Täufers (Jordanstag) -  Erscheinungsfest
Das Fest verbindet man mit dem Glauben an die reinigende, heilbringende und magische Kraft des Wassers.
Nach der Messe in der Kirche am Morgen findet die feierliche heilige Taufe des Wassers durch das Kreuz und im Gebet statt. Der Priester wirft ein hölzernes Kreuz in den Fluss, den See oder das Meer und junge und kraftvolle Männer springen in das kalte Wasser, um das Kreuz herauszuholen. Derjenige, der das Kreuz als erster erreicht und es dem Priester zurückgibt, bekommt von ihm Geld und Segen. Man glaubt, dass dieser Bursche das ganze Jahr über gesund und kraftvoll sein wird.
Am 6. Januar feiern alle, die den Namen Jordan oder Jordanka, Jonko, Jonka tragen, Namenstag. An diesem Tag, dem Erscheinungsfest, feiern auch alle, die Bogomil oder Bogdan heißen. Bogomil bedeutet Gotteslieb und Bogdan – Geschenk Gottes.

7. Januar – Ivanstag
Am Ivanstag werden alle, die an diesem Tag ihren Namenstag feiern (Ivan, Ivanka; Ivajlo),  sowie alle frisch verheirateten und die Kinder rituell gebadet. Es gilt, dass sie dadurch gesund bleiben. Das Wasser besitze an diesem Tag reinigende und klärende Kraft, da der Ivanstag als Tag der Verwandtschaft und der Trauzeugen galt.

8. Januar – Tag der Hebammen
An diesem Tag standen einst die Frauen früh auf, damit auch ihre Kinder früh aufstehen lernen. Schon in den Morgenstunden haben sie Ritualbrote gebacken. Die jungen Mütter, die vor einem Jahr ein Kind auf der Welt gebracht haben, erwarteten die Hebamme zu Besuch. In Thrakien war es üblich, dass die Hebamme alle Mütter besucht, denen sie im vergangenen Jahr bei der Geburt geholfen hat. Die Hebamme setzte sich neben das Kinderbett, strickte dort ein Armbändchen aus roter Wolle und schenkte es dem Kind, das es am rechten Handgelenk tragen  musste. Das Armbändchen war eine Art Glücksbringer gegen böse Blicke und für viel Gesundheit.

1. Februar – Trifon Saresan
Das Fest Trifon Saresan (Trifon, der die Weinreben schneidet) ist im traditionellen bulgarischen Kalender das erste  Frühlingsfest. Das ist das Fest der Weinbauer, der Gärtner und der Schankwirte.  Trifon Saresan gilt als Famulus des griechischen Gottes des Weins, des Rausches und der Fruchtbarkeit Dionysos.
Nach Sonnenaufgang begann das freudige Fest und alle machten sich auf den Weg zum Weinberg. Dort musste man die Erde am kräftigsten Weinstock umgraben, drei Mal mit Rotwein übergießen und auf allen vier Seiten Stückchen vom Ritualbrot legen, denn die Himmelsrichtungen sind auch vier. Dann schnitt der Weinbauer an drei Stellen der Rebe.
Von den abgeschnittenen Stöcken  band er einen Kranz und setzte ihn auf seinen Hut. Die Weinbauer segneten anschließend den Weinberg ab und alle feierten zusammen.

23. Februar – Tag der Kukeri
Die verkleideten Männer, die Kukeri, gehen in alle Häuser ein und bringen somit Gesundheit und Wohlergehen der Familie. Die Gastgeber beschenken die maskierten Männer, bevor alle zum Dorfplatz aufbrechen. Dort beginnen die Kukeri, symbolisch das Feld zu umgraben und zu säen. Die Kukeri haben eine Braut – so nennt man den Anführer der Männergruppe, der zum Schluss des Festes sagt: „Dort, wo die Kukeri spielen, sollen alle gesund bleiben und viel ernten. So viel die Schmuckstücke an meinem Kostüm sind, so viel Geld sollt ihr haben. So viele Bienen es gibt, so viele Kinder sollen auf die Welt kommen. So viel Sand am Meer, so viel Leben  soll  es im Haus geben. Das Böse soll auf immer und ewig verschwinden! Das Gute soll die Welt regieren!“

1. März – Tag der Martenizi
Am 1. März schenken sich die Bulgaren Marteniza und wünschen den Beschenkten, Verwandten und Freunden, Gesundheit und Glück.
Uralt ist dieser Brauch,  der nur in Bulgarien existiert. Er stammt aus der Zeit vor dem 9. Jahrhundert n. Chr. Verschiedene Versionen erzählen die Legenden, die aber alle Austreibung des Winters und Begrüßung des kommenden Frühlings beinhalten.
März heißt auf Bulgarisch  Mart – davon kommt auch der Name des Maskottchens Marteniza.
Noch heute hängen die bulgarischen Bauern auf dem Lande ihren Kühen, Schafen und Ziegen aus Wolle oder Garn gebastelte Martenizas um und hoffen, dass dadurch das Vieh  gesund bleibt. Die lustigen Quasten lassen sich überall finden – an Kinderwiegen, Jackenaufschlägen, Handgelenken u.a. Die Bulgaren verschicken die Marteniza an Freunde und Bekannten mit Glückwunschkarten weltweit, genauso wie zu Weihnachten und Ostern.
Die Marteniza wird so lange getragen, bis man die erste Schwalbe am Himmel oder das erste Grün an den Bäumen sieht. Dann kommt die Quaste unter einen Stein oder an einen blühenden Obstbaum, und man wünscht sich hoffnungsvoll etwas. Und so wiederholt sich dieser Brauch in Bulgarien schon seit über zwölf Jahrhunderten …

4. April – Zwetniza  (Fest der Blumen)
An diesem Festtag handelte es sich um einen Brauch für junge Mädchen, die bereit sind, in den heiligen Bund der Ehe einzutreten. Es hieß sogar, dass Mädchen, die zwar im heiratsfähigen Alter sind, an diesem Brauch aber nicht teilgenommen haben, nicht heiraten dürfen. Das Fest Lazarustag war für die unverheirateten Mädchen die letzte Stufe der Eingliederung in die Gesellschaft von damals. Für das Fest gab es spezielle Lieder, Tänze und Trachten. Alle Volkslieder haben jedoch eins gemeinsam – sie preisen die Liebe, die Ehe, die Familie und die Ernte. Zum Abschluss gingen die Lazarusmädchen an den Fluss, nahmen ihre Blumenkränze ab und ließen sie ins Wasser. Das Mädchen, dessen Blumenkranz am schnellsten davon schwimmt, sollte als erstes im Jahr unter die Haube gehen.
Am Palmsonntag haben alle Namenstag, die den Namen einer Blume oder eines Baums tragen wie Violeta, Kalina, Boschura, Zvetan, Kamelia, Margarita, Javor usw.

Ostern
Ostern dauert drei Tage (Sonntag, Montag und Dienstag), davor und danach sind die Wochen durch spezifische  Bräuche und Rituale gekennzeichnet. Der interessanteste Brauch ist das Eierbemahlen – ein Symbol für das Blut Christi und seine Aufopferung. Die beim Brauch „Lazaruvane“ gesammelten Eier werden gewöhnlich am Gründonnerstag bemalt. Zur festlichen Liturgie geht die ganze Familie und auf dem Weg nach Hause, mit leuchtenden Kerzen, begrüßen sich die Leute mit „Jesus Christus ist auferstanden, wirklich auferstanden!“ Die bemalten Eier schlägt man aneinander, und das Ei, das ganz bleibt, ist der Sieger. Neben den Eiern gibt es auf dem Tisch auch Osterkuchen aller Art, je nach Region.

15. August – Mariä Himmelfahrt
Mariä Himmelfahrt ist einer der größten Feste im bulgarischen Festkalender.
In allen Gebieten Bulgariens wird die Heilige Mutter als Beschützerin der Mutterschaft, der Ehe und der Familie geachtet. Man glaubt, dass die Heilige den kinderlosen Ehepaaren hilft, ein Kind zu bekommen. An diesem Tag legt jede junge Frau oder Ehefrau eine Gabe vor die Ikone der Heiligen.
An diesem Tag durfte man früher keine Arbeit verrichten. Die Kranken verbrachten die Nacht auf Mariä Himmelfahrt unter freiem Himmel, an heilenden Stätten. Am frühen Morgen brachte man die ersten Früchte des Jahres – Wassermelonen, Weintrauben und Honig in die Kirche, und ließ sie einweihen.
An Mariä Himmelfahrt  feiern alle, die Maria heißen, ihren Namenstag.

17. September – Glaube, Hoffnung und Liebe
Die alten Bulgaren ehrten diesen Tag sehr, und er galt als Tag der Liebe. Geliebten Menschen schenkte man frische, weiße Blumen. In der Kirche zündete man Kerzen an, damit der Glaube an Gott, die Hoffnung und die Liebe in jeder Familie bestehen bleiben.
Am 17. September feierten alle, die Ljuben, Ljubomir, Sophia, Nadejda, Vera und Vjara heißen, ihren Namenstag. Alle Namen sind von den bulgarischen  Wörtern für Glaube, Hoffnung und Liebe abgeleitet.

14. Oktober – Petkovden (Hl. Petka)
Nach dem Kirchenkalender wird an diesem Tag die heilige Paraskeva - Petka gefeiert. Sie hatte die Macht zu heilen – die Blinden begannen zu sehen, die Lahmen begannen zu gehen. Das Volk vermerkt diesen Tag als Anfang der Winterfeste. Man feiert Gottesdienste für Gesundheit und Fruchtbarkeit.
An diesem Tag haben alle, die den Namen der Heiligen tragen – Petko, Petkana, Paraskeva, Petrana, Penka – Namenstag.

6. Dezember – Nikolaustag
Das Fest galt dem Schutzherrn und Gebieter über die Wasserkraft, der die Menschen in Seenot rettet. Er galt als Herrscher über Flüsse, Seen und Meere. In den alten Vorstellungen der Menschen war er ein alter, grauhaariger Mann, der den Seemännern hilft. Eine Legende erzählt, wie der Hl. Nikolaus das Leck eines Schiffes mit einem Karpfen abdichtete. Deshalb gehört der schmackhaft zubereitete Karpfen zum Festmahl am Nikolaustag.
Der Name des Hl. Nikolaus wurde aus dem Namen der griechischen Siegesgöttin Nike abgeleitet. Am Nikolaustag feiern alle, die seinen Namen tragen, ihren Namenstag: Nikola, Nikolina, Nikolai, Koljo.

9. Dezember – Hl. Anna
Nach altchristlicher  Legende ist die Hl. Anna Mutter Marias und Frau des Joachim. Sie galt als Schutzheilige der Ehe, der Familie, der Schwangeren und der Witwen.
An diesem Tag durften die Frauen keine Hausarbeit verrichten, die Männer blieben zu Hause, um nicht in die Falle der Nixen zu fallen. Die Hausfrau musste darauf achten, wer als erster am Tag der Hl. Anna ins Haus kommt. War es ein Mann, so sollten im nächsten Jahr mehr männliche Tiere auf die Welt kommen. Deshalb war es üblich, dass sich die Nachbarinnen als erste gegenseitig besuchten.
Am Tag der Hl. Anna feierten alle Heiler und Kräuterfrauen.
An diesem Tag feiern alle, die den Namen der Hl. Anna tragen, ihren Namenstag.

24. - 27. Dezember – Heiligabend, Weihnachten, Geburt Christi
Am Abend vor Weihnachten versammelt sich die ganze Familie zum festlichen Abendessen. Der festliche Tisch wird mit fleisch- und milchlosen Gerichten mit einer ungeraden Zahl – 7, 9, 11 - angerichtet. Am Heiligabend wird auch Ritualbrot (bogowiza) zubereitet. Die Töchter in der Familie bereiten auch kleine Brötchen in runder Form zu, die sie später den Koledari (Weihnachtsburschen) schenken.
Das Weihnachtsfest dauert 3 Tage. Am 25. Dezember ist Christi Geburt. Nach der langen Fastenzeit isst man zu Mittag nach der Messe in der Kirche zum ersten Mal Fleisch und Tierprodukte.
Am zweiten Weihnachtstag haben die Leute, die den Namen Christi tragen – Christo, Christina, Josif - Namenstag.
Am dritten Weihnachtstag, dem Stefanstag, feiern alle, die den Namen des Hl. Stefan tragen, ihren Namenstag  -  Stefan, Stefanka, Stanjo, Stoil, Stojan, Stanimir.

Quelle: Bulgarische Botschaft

 

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