Deutsch-Bulgarisches Forum e.V.

Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2015

Politische Beziehungen

Die Republik Bulgarien und die Bundesrepublik Deutschland sind durch ihre Mitgliedschaft in EU und NATO eng miteinander verbunden. Die bilateralen politischen Beziehungen sind partnerschaftlich und vertrauensvoll. Parlamentariergruppen im Bundestag und in der bulgarischen Volksversammlung widmen sich der Pflege der bilateralen Beziehungen. Besonders intensiv sind die Kontakte zu den Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern. Die Konrad-Adenauer-Stiftung, Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung und Hanns-Seidel-Stiftung unterhalten Büros in Sofia.

Die bulgarische Regierung betrachtet die Bundesrepublik Deutschland als den zentralen strategischen Partner in der EU. Zahlreiche deutsche Experten waren und sind im Rahmen der weiteren Umsetzung des EU-Beitritts als Berater in verschiedenen bulgarischen Ministerien tätig.

Wirtschaftliche Beziehungen

Die wirtschaftlichen Beziehungen Bulgariens zu Deutschland sind eng. Deutschland hat sich 2013 erstmals vor Russland, Italien, Rumänien, Türkei und Griechenland als wichtigster Handelspartner positioniert und nimmt damit weltweit die meisten bulgarischen Waren ab. Etwa 5.000 Firmen sind im Bulgariengeschäft tätig, davon haben 1.200 eine meist von Bulgaren geleitete Vertretung vor Ort. Der bilaterale Handelsumsatz belief sich 2013 auf über fünf Milliarden Euro; davon Exporte nach Bulgarien: 2,531 Mrd. Euro und Importe aus Bulgarien: 2,606 Mrd. Euro. Die Deutsch-Bulgarische Industrie- und Handelskammer (DBIHK) ist die mitgliederstärkste bilaterale Handelskammer (500 Mitglieder). Im Tourismus stellt Deutschland mit jährlich bis zu 800.000 Besuchern - hauptsächlich an der Schwarzmeerküste - die viertgrößte Gruppe. Aus der Entwicklungszusammenarbeit, formal mit dem Eintritt Bulgariens in die EU 2007 beendet, sind fünf bilaterale Zentren für berufliche Bildung entstanden. Ein Pilotprojekt für Duale Ausbildung soll 2015 an der DBIHK starten.

Standortvorteile Bulgariens sind niedrige Arbeitskosten, eine Vielzahl an deutschsprachigen Arbeitnehmern, niedrige Steuern (10 Prozent „flat rate“ bei Einkommens- und Körperschaftssteuer, die EU-Zugehörigkeit, die geographische Lage und im Allgemeinen ein guter Ausbildungsstand im IT- und technischen Bereich, wo z.B. die Sofioter TU deutschsprachige Studiengänge anbietet. Auch die stabile Währung ist vorteilhaft. Seit 1997 ist die Landeswährung fest an die D-Mark und seit 1999 an den Euro gebunden.

Wettbewerbsnachteile Bulgariens sind die fehlende Verlässlichkeit des rechtlichen Rahmens, bedingt durch verbreitete Korruption in Politik, Verwaltung und Justiz. Auch der Ruf des Bankensektors hat durch den Zahlungsausfall der viertgrößten Bank gelitten. Die öffentliche Infrastruktur, insbesondere im Verkehrs- und Gesundheitswesen, sowie bei Bildung und Forschung, wurde lange vernachlässigt und liegt weit hinter dem EU-Durchschnitt. Staatliche Unternehmen sind überschuldet und können nicht oder nur zu niedrigeren Preisen privatisiert werden. Das Land bleibt zudem das laut Weltbank am meisten vom demographischen Wandel betroffene Land. Auswanderung der Bildungseliten wegen beruflicher Chancenlosigkeit, und die mangelnde Integration der geburtenstärkeren Roma-Bevölkerung verschärfen das Problem.

Kulturelle Beziehungen

Die kulturelle Zusammenarbeit ist traditionell gut und intensiv. Bis zur Wende fand ein intensiver Austausch vor allem mit der DDR statt. Grundlegend für die Kulturbeziehungen seit 1990 ist das Kulturabkommen vom 19. März 1996. Am 20. März 2000 wurde ein Lehrerentsende- und ein Schulabkommen (Galabov-Gymnasium Sofia) abgeschlossen. Am 24. September 2013 wurde das Abkommen über die Deutsche Schule Sofia unterzeichnet und am 05. Februar 2015 im Bundesgesetzblatt bekanntgegeben..

Deutsch als Fremdsprache ist auch unter der jüngeren Generation weit verbreitet. Nach Englisch und Russisch steht Deutsch an bulgarischen Schulen auf Platz 3 der am häufigsten unterrichteten Fremdsprachen. Auch an Universitäten und in der Erwachsenenbildung ist die Fremdsprache Deutsch sehr weit verbreitet. Es gibt insgesamt acht Universitäten, die ein Germanistikstudium oder ein Studium in deutscher Sprache anbieten, so z.B. in Sofia, Plovdiv und Veliko Tarnovo. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) unterstützt den Aufbau deutschsprachiger Studiengänge und Fakultäten. Die universitäre Bildung wird durch vier DAAD-Lektoren und eine DAAD-Sprachassistentin unterstützt. Der wissenschaftliche Austausch wird durch Stipendien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie Forschungsstipendien der Alexander-von-Humboldt-Stiftung gefördert. Deutschland ist für junge Bulgaren eines der beliebtesten Länder für ein Auslandsstudium. Bulgarinnen und Bulgaren stellen mit rund 7.000 Studierenden traditionell eine der größten Gruppen ausländischer Studierender an deutschen Universitäten und Hochschuleinrichtungen.

In Bulgarien führen 23 Fremdsprachengymnasien sowie eine FIT-Schule des Goethe-Instituts (somit 24 PASCH-Schulen) zum Deutschen Sprachdiplom (DSD). Am Galabov-Gymnasium können Schüler das deutsche Abitur ablegen. An der Deutschen Schule Sofia wird Unterricht anhand deutscher Lehrpläne angeboten. Am Ende des Schuljahrs 2013/2014 hat der erste Jahrgang mit der allgemeinen Reifeprüfung (Abitur) die DSS verlassen. Zur Unterstützung des Deutschunterrichts arbeiten im Schuljahr 2014/15 insgesamt 26 entsandte Lehrkräfte an 10 bulgarischen Schulen sowie der Deutschen Schule Sofia. Sieben Freiwillige von „kulturweit“ sind an Schulen tätig.

Die Sprachkurse und die zahlreichen kulturellen Aktivitäten des Goethe-Instituts werden stark frequentiert. Das Goethe-Institut Sofia unterhält Lesesäle in Plovdiv, Ruse und Varna sowie vier weitere Lehrmittelzentren in Burgas, Montana, Pleven und Stara Zagora. Das Goethe-Institut unterhält zudem zwei deutsche Kulturgesellschaften (Art Today Association Plovdiv, Elias-Canetti-Gesellschaft Ruse).

Die deutsche Botschaft ist mit einem eigenen Kulturprogramm in Bulgarien präsent. Nach den „Deutschlandwochen“ 2011 und der Veranstaltungsreihe zum deutschen Humor „DeutschlandSpaß“ 2012 hat die Botschaft 2013 mit den beiden Kulturwochen „Deutschland feiert mit Pleven“ (Nordbulgarien) und „Deutschland feiert mit Kârdzhali“ (Südostbulgarien) gezielt den Sofioter Raum verlassen. Geboten wurde ein breites Spektrum an Kunst, Musik, Film und Vorträgen rund um die jeweiligen Städtetage. 2014 standen Veranstaltungen zu 25 Jahre des Falls der Berliner Mauer im Vordergrund. Ebenso fand eine Bildungsbörse und einige Schulbesuche statt.

 

Hinweis: Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Quelle: Auswärtiges Amt

 

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